Website-Relaunch ohne Verluste bei Google: so bleiben alte Adressen erreichbar
Timo Hofmann

Bei einem Relaunch ändern sich meist die Adressen der einzelnen Seiten. Google kennt die alten Adressen, Kunden haben sie als Lesezeichen gespeichert, und andere Websites verlinken darauf. Führt eine alte Adresse nach dem Start ins Leere, verliert die neue Seite an dieser Stelle den Platz, den die alte bei Google hatte. Verhindern lässt sich das mit einer vollständigen Liste der alten Adressen und einer Weiterleitung für jede davon. Dieser Beitrag zeigt das an zwei Relaunches aus den letzten Wochen: dem des Musterhauszentrums Mülheim-Kärlich und unserem eigenen.
Schritt 1: alle alten Adressen finden
Die Liste ist der aufwendigste Teil, und beim ersten Durchgang fehlt fast immer etwas. Diese Quellen ergänzen sich:
- Sitemap der alten Seite, solange sie noch erreichbar ist.
- Google Search Console, mit allen Seiten, die in den letzten 16 Monaten in der Google-Suche erschienen sind.
- Protokolle des Webservers, aus denen hervorgeht, welche Adressen Besucher und Suchmaschinen abrufen.
- Webarchiv unter web.archive.org, wenn die alte Seite schon abgeschaltet ist.

Beim Musterhauszentrum war die alte WordPress-Seite mit dem Umzug der Domain verschwunden, die neue Seite ging am 11.09.2026 online. Die Liste entstand deshalb aus dem Webarchiv: 190 Adressen, die Google früher kannte.
Bei unserer eigenen Seite fehlten nach der ersten Inventur drei Adressen aus einer noch älteren Fassung. Sichtbar wurden sie erst am 04.11.2026 beim Abgleich mit der Search Console, die 37 Adressen von fast-hofmann.de kannte. Seitdem leiten auch sie weiter.
Die Search Console hat eine Grenze: Sie zeigt nur Adressen, die in der Suche erschienen sind, und sie sammelt erst ab dem Tag, an dem sie eingerichtet wird. Wer einen Relaunch plant, richtet sie deshalb Wochen vorher ein.
Schritt 2: jeder alten Adresse ein Ziel geben
Für jede Adresse gibt es zwei brauchbare Antworten. Hat der Inhalt auf der neuen Seite ein Gegenstück, leitet die alte Adresse mit dem Statuscode 301 dorthin weiter, und Google behandelt die neue Adresse als Nachfolgerin der alten. Gibt es kein Gegenstück, antwortet die alte Adresse mit dem Statuscode 410, der bedeutet, dass die Seite bewusst entfernt wurde.

Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite ist keine dieser Antworten. Google rät in seiner Anleitung zum Umzug einer Website davon ab, viele alte Adressen auf eine einzige unpassende Seite wie die Startseite zu leiten, und kann das als „Soft 404“ werten, also wie eine Fehlerseite. So lief unsere eigene Seite in der ersten Woche nach dem Relaunch am 27.10.2026: 21 alte Adressen landeten auf der Startseite. Heute leiten 17 alte Adressen auf die passende Seite weiter, 21 antworten mit 410 (Stand 04.11.2026).
Beim Musterhauszentrum gingen 102 der 190 Adressen auf eine passende neue Seite, 88 wurden bewusst entfernt. Darunter waren 86 alte Meldungen aus den Jahren 2016 bis 2025, etwa zu Veranstaltungen und Öffnungszeiten, für die es auf der neuen Seite kein Gegenstück gibt.
Ein Gegenstück kann auch später entstehen. Unsere frühere Seite zum Wissensmanagement hatte in den letzten 16 Monaten 2.508 Einblendungen bei Google. Seit es zum selben Thema einen Ratgeber-Beitrag gibt, leitet die alte Adresse dorthin weiter.
Viele Server behandeln eine Adresse mit und ohne Schrägstrich am Ende als zwei verschiedene Adressen. In unseren Weiterleitungslisten steht deshalb jede alte Adresse in beiden Schreibweisen.
Schritt 3: nach dem Start prüfen
Am Tag des Starts wird jede alte Adresse einmal aufgerufen. Erwartet ist entweder eine Weiterleitung auf eine Seite, die mit dem Statuscode 200 antwortet, oder ein 410. Danach reichen Sie die neue Sitemap in der Search Console ein und lassen die Weiterleitungen nach Googles Empfehlung mindestens ein Jahr bestehen. In den Wochen danach zeigt der Bericht „Seiten“ der Search Console, ob Google auf alte Adressen stößt, die in der Liste fehlen.
Beim Musterhauszentrum waren gut sechs Wochen nach dem Start 83 von 83 Seiten bei Google indexiert. Bei den Suchanfragen „Fertighäuser Mülheim-Kärlich“ und „Musterhaus Mülheim-Kärlich“ stand es lokal auf Platz 1. Die Einblendungen in der Google-Suche lagen 35 Prozent über den 28 Tagen davor (Search Console, Stand 27. und 29.10.2026).
Weiterleitungen sichern, was eine Seite bei Google schon erreicht hat. Neue Plätze bringen sie nicht, die kommen aus den Inhalten und der Technik der neuen Seite.
Wann Sie anfangen sollten
Die Liste entsteht am besten, solange die alte Seite noch läuft, und die Search Console sollte schon vor dem Relaunch Daten sammeln. Wie wir Relaunches umsetzen, steht bei unserer Leistung Premium Webdesign. Wenn Sie einen Relaunch planen, schreiben Sie uns an info@fast-hofmann.de. Wir sehen uns vorher an, welche Adressen Ihrer Seite bei Google Einblendungen haben.
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